Der Entwurf entwickelt eine Baulückenbebauung, die Nachverdichtung als räumliche und konstruktive Aufgabe versteht. Auf einem Grundstück mit deutlichem Höhenunterschied entstehen ein Vorder- und ein Gartenhaus, die sich in Maßstab und Struktur in den Bestand einfügen und gleichzeitig neue, qualitätsvolle Wohnräume schaffen.
Ein zentraler Ansatz des Projekts ist der bewusste Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Ein Teil der Bauteile wird aus Re-Use-Prozessen gewonnen und gezielt in Konstruktion und Ausbau integriert. Das Planen mit vorhandenen Elementen reduziert graue Energie und CO2-Emissionen und verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz.
Die Gebäude sind als Holzskelettbauten mit hohem Vorfertigungsgrad konzipiert. Tragstruktur, Gebäudehülle und Ausbau sind klar voneinander getrennt, um Instandhaltung, Anpassungen und einen späteren Rückbau zu erleichtern. Der bewusste Verzicht auf unterirdische Bauteile reduziert den baulichen Aufwand und vereinfacht die Ausführung. Wiederverwendete Fassadenelemente führen den zirkulären Ansatz auch im Erscheinungsbild fort.
Die Freiraumstruktur gliedert das Ensemble und schafft unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten. Ein gemeinschaftlich genutzter Hof fördert Begegnung und Austausch, während ruhigere Gartenbereiche Rückzug und Erholung ermöglichen. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gemeinschaftlichem Leben und privatem Raum.
Die Wohnungen sind klar und funktional organisiert. Gleichwertige Individualräume ermöglichen flexible Grundrissvarianten, die sich unterschiedlichen Lebensmodellen anpassen lassen. Die Struktur unterstützt eine langfristige Nutzbarkeit und schafft wirtschaftliche, ressourcenschonende Wohnungen mit hoher Alltagstauglichkeit.